Feste für Dionysos

Univ. Doz. Dr. Heimo Dolenz MA, Leiter der Abteilung Archäologie am Landesmuseum für Kärnten

Neue Erkenntnisse zur antiken Geschichte Kärntens vermittelten zwei Experten im sommerlichen Schlosshof vor einem sehr interessierten und zufriedenen Publikum.

Univ.Prof. Ulrich Gäbler, Museumsleiter Mag. Siegfried Kogler, Dr. Christa Gäbler, Obmann BH Dr. Heinz Pansi, Referent und Landesarchäologe Doz. Dr. Heimo Dolenz, Stadtrat Hannes Burgstaller, Grabungsleiter Paul BayerFoto Hans Jost

Der Vortrag stellte die neuen Grabungsergebnisse (2020-2024) zu einem Neubauviertel zwischen dem Amphitheater und dem Bühnentheater der römischen Provinzhauptstadt Noricums vor. Hier lag untern anderem das Gebäude eines der gesellschaftlich bedeutendsten Vereine der Stadt, des Liber Pater Collegiums. Durch neue Inschriften, Kleinfunde und dem Grabungsbefund lässt sich erstmals ein näherer Einblick in die soziale Struktur des griechisch-römischen Mysterienkultes sowie die Organisation von Vereinen in Virunum gewinnen. Sie belegen regelmäßige Bankette, Feste und kultische Feierlichkeiten zu Ehren des Gottes Dionysos Bacchus.

In einem zweiten Teil wurde der Auswertungsstand zu den Ausgrabungen an der Heidenmauer zwischen Rattendorf und Jenig (Sept./Okt. 2025) vorgestellt. Die sogenannte Hadnmauer könnte ein Teil der Römersiedlung auf der Gurina gewesen sein. In einem anderen möglichen Szenario wäre die Mauer als Schutzwall gegen die Markomannen errichtet worden. Der germanische Stamm drang von 169 bis 172 in das Römische Reich ein und brannte Städte und Dörfer nieder. In kürzester Zeit mussten Verteidigungsbauwerke errichtet werden, die nach dem Markomanneneinfall aber wieder verlassen wurden. Das würde auch das Fehlen von weiteren Fundstücken erklären.